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    Uniswap – Nutzerfreundliche dezentrale Exchange

    Uniswap: 100.000 $ Entwicklungskosten reichten

    In einer Zeit, in der Investoren Millionenbeträge nach “Blockchain”-Projekten werfen, liest sich die Geschichte von Uniswap sehr erfrischend. Die Ethereum Foundation schüttete eine dritte Welle von Zuschüssen aus. Als eines von knapp 20 Projekten erhielten die Entwickler von Uniswap im August 2018 im Rahmen dessen einen Scheck in Höhe von 100.000 Dollar für die Entwicklung von Uniswap. Nicht einmal ein halbes Jahr später geht das Projekt live und erfreut sich Woche für Woche zunehmender Beliebtheit. Was steckt hinter Uniswap?

    So funktioniert Uniswap

    Der Grund für den aktuellen Erfolg von Uniswap liegt vor allem am Anreizsystem, das dem Smart Contract zugrunde liegt. Denn es gibt zwei Anwendungsfälle für Uniswap, die sich gegenseitig befruchten.

    1. Dezentrale Exchange

    An dezentralen Exchanges, also Börsen auf denen der Handel ohne einen Mittelsmann erfolgt, haben Nutzer inzwischen eine große Auswahl. Während Börsen wie IDEX (ETH), Radar Relay (0x) und Etherdelta (ETH) relativ nutzerunfreundlich sind, reduziert Uniswap die Komplexität. Orderbücher, auf denen Limit/Market Orders eingestellt werden müssen und eine Gegenpartei für einen Trade ermittelt wird, existieren nicht . Stattdessen fungiert der Smart Contract als Gegenspieler für einen gewünschten Tausch und gibt den Kurs vor.

    Aus der Nutzersicht ist Uniswap daher so einfach zu bedienen wie ein Währungsrechner. Man wählt die zu kaufende und zu verkaufende Währung und den Betrag aus. Der Vorgang wird zum Beispiel mit MetaMask, dem unersetzlichen Browser-Plugin für so gut wie alle dApps, bestätigt, fertig! Das System fügt die gekauften Token direkt der Ethereum-Adresse zu, von der verkauft wurde. Über die Adresse lässt sich auch Zugriff auf alle ERC-20 Token regeln.Doch woher nimmt der Smart Contract die gekauften Coins? Und was passiert mit den verkauften Coins? Hier kommt der zweite Anwendungfall von Uniswap ins Spiel. Denn die Token kommen auch von den Nutzern. Sie können ihre Token vorübergehend zur Verfügung stellen und tragen so zur Liquidität bei.

    2. Rendite durch Beitrag zum Liquiditätspool

    Damit für jede Handelpaarung auf Uniswap (zum Beispiel ETH-MKR) genügend Reserven für die Transaktionen vorrätig sind, hält der Smart Contract für jede Handelspaarung einen “Liquiditätspool” bereit. Er besteht aus Einlagen der Nutzer. Doch warum sollten Nutzer Ihre Token in dem Uniswap Smart Contract parken? Bei jedem Tausch fallen 0,3 % Transaktionsgebühren an, die je nach Anteil des Liquiditätspools an alle Nutzer ausgeschüttet werden! Anders als bei einer zentralisierten Börse, die alle Transaktionsgebühren für sich behält, gehen so alle “Einnahmen” der dezentralen Exchange (DEX) an diejenigen zurück, die zur Liquidität beitragen.

    Beispiel: Ein Nutzer besitzt ETH und ZRX Token, die er für das nächste halbe Jahr sehr wahrscheinlich nicht braucht. Wenn er sie doch braucht, lässt sich die Einlage jederzeit aus dem Liquiditätspool ziehen. Er geht auf https://uniswap.exchange und zahlt dort in der gleichen Höhe seine ETH und ZRX Token ein. Im Beispiel gehen wir von 10 ETH und ZRX im Wert von 10 ETH aus. Wenn der gesamte Liquiditätspool von ETH-ZRX bei 200 ETH liegt, hat der Nutzer nun einen Anspruch auf 5 % des Liquiditätspools. Die Transaktionsgebühren aus jedem ETH-ZRX Tausch kommen auch diesem Liquiditätspool zu Gute, so dass dieser mit jeder Transaktion größer wird. Und damit wird auch der absolute Wert des Anteils an 5 % immer größer. Der Nutzer bekommt quasi eine Rendite auf seine Einlage, verzichtet aber auf mögliche Kursgewinne, wenn nur einer der beiden Token an Wert gewinnt. Diesen möglichen Verlust nennt man “Impermanent Loss”.

    Wie hoch ist diese Rendite? Sie hängt davon ab, wie viel Liquidität eine Handelspaarung hat und wie viel diese Handelspaarung getauscht wird. Diese Seite zeigt die aktuelle Rendite für die verschiedenen Handelspaarungen jeweils tagesaktuell (gelbe Linie) an. Für ETH-DAI liegt die Rendite zum Beispiel aktuell (Mitte Juni 2020) bei gut 3 %.

    Vorsicht: Wenn sich die Kurse der beiden hinterlegten Token unterschiedlich entwickeln, ist die Auszahlung unter Umständen geringer als die Einzahlung. Von dem anderen gibt es dafür umso mehr. Umgerechnet auf den Euro-Kurs kann somit eine negative Rendite zustande kommen, obwohl der Liquiditätspool steigt. Hier ist der Grund dafür gut hinterlegt.

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