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    Optionen handeln für Einsteiger: wie es geht und was die Risiken sind

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    Der Handel mit Optionen kann zunächst etwas überwältigend erscheinen. Schließlich gibt es wichtige Unterschiede zum herkömmlichen Trading, viele eigene Konzepte und Begriffe kommen zur Anwendung. Für Investoren ist es sinnvoll, eideutn Portfolio aus mehreren Anlageklassen wie Aktien, Rohstoffen, ETFs und Kryptowährungen aufzubauen.

    Optionen sollten niemals eine exklusive Anlage sein, stellen aber eine großartige Ergänzung und eigene Anlageklasse dar, die in keinem Portfolio fehlen sollte. Mit diesen Grundlagen wirst du schon bald von den Vorteilen des Handels mit Optionen profitieren, die keine andere Anlageklasse bieten kann. Wir zeigen dir, wie das Ganze genau funktioniert!

    Was ist eine Option eigentlich?

    Eine Option spezifiziert eine zukünftige Transaktion für eine bestimmte Anlage (Basiswert) zu einem bestimmten Preis (Ausübungspreis). Eigentlich müsste man von einem Optionskontrakt sprechen, weil es sich um einen Finanzkontrakt handelt, der zwischen zwei Parteien abgeschlossen wird.

    Involvierte Parteien einer Option

    Ein Optionskontrakt wird zwischen 2 Parteien abgeschlossen, nämlich:

    1. dem Inhaber (Käufer) und
    2. dem Stillhalter (Verkäufer).

    Wenn der Stillhalter den Kontrakt an den Käufer verkauft, erhält er vom Käufer eine Zahlung, die gemeinhin als Prämie bzw. Optionsprämie bezeichnet wird.

    Der Inhaber der Option kauft sich damit das Recht, die Option zu einem bestimmten Preis, dem Basispreis, ausüben zu können. Sofern er dies macht, spricht man davon, dass er die Option ausübt wird (engl. „exercise an option“). Entscheidet sich der Inhaber der Option hingegen dagegen, seine Option während der Laufzeit auszuüben, wird die Option verfallen (engl. „expiration of an option“).

    Optionen handeln für Einsteiger: wie es geht und was die Risiken sind

    Optionen sind Derivate mit Basiswert

    Optionen sind eine Form von Derivaten; ihr Wert leitet sich also aus einem zugrunde liegenden Vermögenswert ab. Welcher Vermögenswert dies ist, wird im jeweiligen Optionskontrakt explizit festgelegt.

    Zum Beispiel könnte ein Kontrakt dem Inhaber das Recht geben, Aktien der Firma Y zu kaufen; in diesem Fall sind Aktien der Firma Y der zugrundeliegende Vermögenswert.

    Tatsächlich gibt es am Markt Optionen mit jeder möglichen Art von zugrunde liegenden Vermögenswerten, neben Aktien etwa auch Anleihen, Indizes, Devisen, Rohstoffe oder Futures.

    Ausübungspreis, Laufzeit und Verfallszeitpunkt

    Zu den wichtigsten Begriffen beim Handel von Optionen gehören der Ausübungspreis, die Laufzeit sowie der Verfallszeitpunkt.

    Zum Beispiel könnte ein Optionskontrakt, der dem Inhaber das Recht gibt, Aktien der Firma Y zu kaufen, einen Ausübungspreis von 100 € haben. Der Inhaber hat daher das Recht, diese Aktie vom Stillhalter zu einem Preis von 100 € zu kaufen, unabhängig davon, wie hoch der tatsächliche Handelskurs dieser Aktie zu diesem Zeitpunkt ist.

    Eine Option ist zeitlich beschränkt, sie hat eine bestimmte Laufzeit. Je nach Optionsart kann innerhalb der Laufzeit oder nur am Ende der Laufzeit das eingeräumte Recht ausgeübt werden. Ob sich der Inhaber der Option zur Ausübung der Option entscheidet, hängt davon ab, wie sich der Kurswert des zugrundeliegenden Wertes im Verhältnis zu dem in der Option vorgesehenen Preis (Ausübungspreis) entwickelt. Die Laufzeit der Option endet mit ihrem Verfallszeitpunkt.

    Unterschiedliche Arten von Optionen

    Read more: Grundpositionen im Optionshandel – Brokervergleich.de

    Option ist nicht gleich Option. Deshalb ist es wichtig, die unterschiedlichen Arten dieser Assets zu kennen.

    Amerikanische vs. Europäische Option

    Optionen handeln für Einsteiger: wie es geht und was die Risiken sind Optionen können hinsichtlich des Zeitpunkts ihrer Ausübung in europäische und amerikanische Optionen unterschieden werden. Wichtig: Es geht nicht um den Ort der Verfügbarkeit, amerikanische Optionen sind in Europa und europäische Optionen in Amerika erhältlich.

    Optionen nach Art des zugrundeliegenden Vermögenswertes

    Am häufigsten werden Optionen für das Recht auf Kauf und Verkauf von Aktien zu bestimmten Preispunkten genützt. Doch auch die meisten anderen gängigen Vermögenswerten können als Underlying von Optionen dienen.

    OptionenartErklärung AktienoptionenDer zugrunde liegende Vermögenswert für diese Verträge sind Aktien eines bestimmten öffentlich börsennotierten Unternehmens. Index-OptionenDiese sind Aktienoptionen sehr ähnlich, aber das zugrunde liegende Wertpapier sind nicht Aktien eines bestimmten Unternehmens, sondern ein Index, wie z.B. der DAX. Devisen-OptionenVerträge dieser Art räumen dem Eigentümer das Recht ein, eine bestimmte Währung zu einem vereinbarten Wechselkurs zu kaufen oder zu verkaufen. Futures-OptionenDas zugrundeliegende Wertpapier für diesen Typ ist ein spezifizierter Futures-Kontrakt. Eine Futures-Option gibt dem Eigentümer im Wesentlichen das Recht, diesen spezifizierten Futures-Kontrakt abzuschließen. Rohstoff-OptionenDer zugrunde liegende Vermögenswert für einen Kontrakt dieser Art kann entweder eine physische Ware oder ein Rohstoff-Future sein. Warenkorb-OptionenEin Warenkorb-Kontrakt basiert auf dem zugrundeliegenden Vermögenswert einer Gruppe von Wertpapieren, die sich aus Aktien, Währungen, Rohstoffen oder anderen Finanzinstrumenten zusammensetzen könnte. z.B. Deutschland 30, Großbritannien 100

    Die Funktionsweise von Optionen

    Sehen wir uns die Funktionsweise von Put- und Call-Optionen an je einem Beispiel anhand von Aktien näher an. Zudem werden wir in dieser Detailbetrachtung auch noch auf ein paar wichtige Begriffe eingehen, die zum täglichen Jargon im Optionenhandel gehören. Wir gehen hierbei von europäischen Optionen aus, also, dass du die Option nur zu einem bestimmten Zeitpunkt ausüben kannst.

    Call-Option

    Mit einer Call-Option erhältst du als Inhaber das Recht, bei Ausübung der Option einen Vermögenswert zu dem vorgesehenen Ausübungspreis zu kaufen.

    Nehmen wir an, du interessierst dich für den Kauf einer Aktie des Unternehmens ABC. Aktuell (15.05.2020) steht der Aktienkurs (aktueller Preis) bei 100 €, du schätzt aber, dass der Kurs in den nächsten 3 Monaten (15.08.2020) auf 120 € (Zukünftiger Preis) steigen wird. Darum wählst du eine Call-Option, die dir am 15.08.2020 den Kauf von ABC-Aktien um 100 € (Basispreis) ermöglicht.

    Am 15.08.2020 steht der Kurs tatsächlich bei 115 €. Du kannst also um 15 € unter dem Marktpreis kaufen und wirst daher die Option nutzen. Steht der Kurs am 15.08.2020 hingegen unter den 100 €, wirst du die Option verfallen lassen. Die bezahlte Optionsprämie ist die Höhe deines Verlustes.

    Du wirst eine Call-Option also immer dann ausüben, wenn du damit günstiger als zum aktuellen Marktpreis kaufen kannst (und vermutlich von einem zukünftigen Kursanstieg ausgehst).

    Put-Option

    Eine Put-Option gibt dir das Recht, bei Ausübung der Option einen Vermögenswert zu dem vorgesehenen Ausübungspreis zu verkaufen.

    Gehen wir davon aus, du schätzt, dass die Aktie des Unternehmens ABC in Zukunft fallen wird. Aktuell (15.05.2020) steht der Aktienkurs (aktueller Preis) bei 100 €, für den 15.08.2020 gehst du von einem Kurs von 75 € aus.

    Du wirst eine Put-Option also immer dann ausüben, wenn du damit über dem aktuellen Marktpreis verkaufen kannst (und vermutlich einen weiteren Kursverfall erwartest).

    Optionen handeln für Einsteiger: wie es geht und was die Risiken sind

    Faktoren, die den Wert einer Option bestimmen

    Die Höhe einer Optionsprämie richtet sich nach dem Wert einer Option, welchen du anhand der folgenden drei Faktoren ermitteln kannst:

    Warum der Handel mit Optionen attraktiv ist

    Read more: Wie funktionieren Bitcoin-Optionen und sollten Sie sie handeln?

    Jeder Investor hat seine eigenen Gründe und Motive, mit Optionen zu handeln. Es sind allerdings vor allem folgende Vorteile, die Optionen zu einer interessanten Anlageklasse machen:

    Wenn du zum Beispiel schon länger einen gewissen Rohstoff kaufen wolltest und du vermutest, dass sein Wert steigen wird, dann kannst du dir mit einer Call-Option das Recht sichern, die bestimmte Menge des Rohstoffes zu einem spezifizierten Preis zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen. Erweist sich deine Annahme als richtig, kannst du unter dem Marktpreis kaufen. Ist dem hingegen nicht so, so ist dein Verlust auf den Preis des Optionskontrakt, sprich die Optionsprämie, beschränkt.

    Angenommen du besitzt bereits 100 Stück einer Aktie. Mit einer geeigneten Option kannst du nun deine Risikoexposition begrenzen. Wenn du etwa befürchtest, dass es zu einem dramatischen Kurseinsturz der Aktie kommen könnte, kannst du eine entsprechende Put-Option erwerben. Eine passende Put-Option kann dir das Recht einräumen, die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zu einem höheren Wert als dem aktuellen Marktwert zu verkaufen. Kommt es tatsächlich zu einem Kursverfall, kann die Option deine Verluste begrenzen, die du andernfalls realisiert hättest.

    Risiken beim Handel mit Optionen

    Optionen handeln für Einsteiger: wie es geht und was die Risiken sind

    Auch wenn es zahlreiche Gründe gibt, die für den Handel mit Optionen sprechen: Es gibt zahlreiche Risiken und Gefahren, derer du dir unbedingt im Vorfeld bewusst sein solltest. Die häufigsten Fehler beim Handel mit Optionen passieren, weil diese Risiken nicht beherzigt oder unterschätzt werden.

    Zunächst ist festzuhalten, dass die Risiken für Käufer (Inhaber) auf die Optionsprämie beschränkt sind plus die Gewinne, die mit dem selben Kapital durch Investition in andere Vermögenswerte hätten erzielt werden können, spricht entgangene Gewinne oder auch Opportunitätskosten genannt. Für den Stillhalter (Verkäufer) hingegen sind diese praktisch unbeschränkt.

    Risiken bei Call-/Put-Option

    Die Risiken lassen sich nach Art der Option und Position wiefolgt unterscheiden:

    Häufige Fehler im Handel mit Optionen & wie man sie vermeidet

    Auch wenn sich die Risiken so relativ klar abstecken lassen, sollten wir auch die häufigsten Fehler beim Optionshandel beleuchten, die dazu führen, dass die erwähnten Risiken tatsächlich realisiert werden.

    Fehler Nr. 1: Der Optionsmarkt ist nicht liquide genug.

    Optionen werden immer beliebter, egal welcher Vermögenswert zugrunde liegt. Damit steigt zwar auch die Liquidität am Markt, dennoch ist zu beachten, dass es so viele Optionsarten und Laufzeiten am Markt gibt, dass nicht immer ausreichend Liquidität gegeben ist. Du musst in der Praxis nämlich immer auch eine bereitwillige Gegenseite finden, mit der du die Option abschließen kannst.

    Eine Lösung hierfür ist sich zunächst einmal ausschließlich auf die beliebtesten Optionsarten zu konzentrieren. Starte doch einmal mit kleineren Beträgen bei Aktienoptionen oder Optionen auf vielgehandelte Rohstoffe wie Gold und Öl. Die Auswahl eines Brokers mit Market Maker ist ebenfalls hilfreich, garantiert aber nicht zwingend ausreichend Liquidität.

    Fehler Nr. 2: Die Komplexität des Optionshandels wird unterschätzt.

    Der Handel mit Optionen ist in mancher Hinsicht komplexer und schwieriger als zunächst angenommen. Klar, die Grundlagen sind relativ einfach: Wenn sich der Preis in die richtige Richtung entwickelt, führt man aus, ansonsten eben nicht. Doch es gibt auch zahlreiche Faktoren, die die Auswahl von geeigneten Optionen beeinflusst.

    Um sich vor diesem Fehler zu schützen, hilft in erster Linie eines: Möglichst viel über Optionen lernen. Lieber ein paar Beiträge mehr lesen, als zu früh Optionen abschließen. Natürlich kannst du dich auch nach einem Anbieter umsehen, bei dem du dich mit einem kostenlosen Demokonto im Handel erproben kannst.

    Fehler Nr. 3: Der Wertverlust der Option im Zeitverlauf wird übersehen.

    Erinnere dich an das besprochene Konzept des Zeitwerts, der jeder Option innewohnt. Umso näher das Verfallsdatum der Option kommt, desto geringer wird der Wert der Option. Du musst also den Wertverlust deiner erworbenen Optionen überwachen. Zwar müssen diese nicht ständig an Wert verlieren, aber du darfst diesen Faktor keinesfalls übersehen.

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    Wenn du eine amerikanische Option hast, die jederzeit ausgeführt werden kann, kann auch der optimale Zeitpunkt zur Ausübung durch den Wertverlust beeinflusst werden. Womöglich wäre es sinnvoller, schon jetzt auszuführen, als noch länger zuzuwarten.

    Fehler Nr. 4: Die Kosten des Optionshandels werden nicht berücksichtigt.

    Wie auch andere Finanzinstrumente werden Optionen mit Bid- und Ask-Preisen offeriert, der Broker finanziert sich durch deren Differenz, die auch als Spread bezeichnet wird. Du musst beachten, dass der Abschluss von Optionen mit Kosten verbunden ist, die signifikant werden können.

    Vor allem, wenn du bestimmte Optionsstrategien verfolgst, steigt die Bedeutung von Spreads noch zusätzlich. Die meisten solcher Strategien sehen die Erstellung von Optionspreads vor. Dabei gehst du zwei oder mehr Positionen für unterschiedliche Optionen ein, die auf dem selben zugrunde liegenden Wert basieren. Zwar kannst du durch eine solche Strategie dein Risiko mindern bzw. verwalten, du musst allerdings auch gleich mehrmals Provisionen zahlen und diese Kosten sind für deine Rentabilität zu berücksichtigen.

    Optionen handeln für Einsteiger: wie es geht und was die Risiken sind

    Wie man als Privatanleger den Handel mit Optionen startet

    Wenn du für dich entschieden hast, dass du mit dem Handel von Optionen starten willst, dann solltest du wiefolgt vorgehen:

    Schritt 1: Kläre deine Ziele. Gehe in dich und stelle für dich klar, warum du mit Optionen handeln willst. Willst du weitere Positionen deines Portfolios absichern? Willst du in kurzer Zeit hohe Gewinne erzielen – das ist vielleicht nicht das beste Ziel! Welche Risikobereitschaft hast du? Mit welchen Optionen willst du handeln?

    Schritt 2: Wähle einen geeigneten Anbieter. Nun kannst du dich für einen geeigneten Anbieter entscheiden. Achte darauf, dass der Anbieter sowohl europäische und amerikanische Optionen auf mehrere Vermögenswerte im Angebot hat. Zudem sollten die Gebühren für den Kauf von Optionen möglichst gering sein. Der Broker sollte europaweit lizenziert sein und einen guten Ruf genießen.

    Schritt 3: Starte klein mit Optionen auf gängige Vermögenswerte. Der Handel mit Optionen will gelernt sein. Starte darum mit kleinen Käufen auf gängige Vermögenswerte, um erste Erfahrungen zu sammeln und ausreichend Liquidität sicherzustellen.

    Schritt 4: Taste dich weiter ran. Nachdem du nun die Grundlagen des Handels mit Optionen gelernt und erste Optionen gekauft hast, kannst du dich bei Interesse weiter damit auseinandersetzen. Achte dabei stets auf die erwähnten Risiken, vor allem als Verkäufer von Optionen. Eine Analyse der zu erwartenden Kursentwicklung des Basiswertes ist unumgänglich.

    Fazit

    Der Handel mit Optionen ist eine wertvolle Addition zu jedem Anlegerportfolio, will aber erlernt und gut vorbereitet sein. Es gibt beim Optionenhandel zahlreiche Konzepte und Begriffe, die bei anderen Handelsmethoden und Finanzinstrumenten nicht üblich sind. Optionen handeln für Einsteiger ist prinzipiell dann sinnvoll, wenn man schon über erste Erfahrungen an den Finanzmärkten verfügt.

    Optionen handeln für Einsteiger: wie es geht und was die Risiken sind Man sollte nur Optionen solcher Basiswerte setzen, mit denen man schon gehandelt hat bzw. deren vergangene Preisentwicklungen man gut analysiert hat. Ein Grundverständnis der Einflussfaktoren auf den Basiswert sind wichtig.

    Weil es gewisse Risiken beim Handel mit Optionen gibt, vor allem für den Verkäufer einer Option, sollte man sich langsam rantasten. Ein Käufer von Optionen kann hingegen nicht mehr als die bezahlte Optionsprämie und Opportunitätskosten verlieren.

    Zuletzt aktualisiert am 24. März 2022

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