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    Neun Gründe, warum die Krypto-Preise 2022 weiter fallen werden

    Die Jahreseröffnung 2022 wird ergründen, was für einen Bullen- und was für einen Bärenmarkt spricht, und wie extrem diese in diesem Jahr ausfallen können. Im zweiten Teil suchen wir nach Gründen für fallende Kurse.

    Das wird nicht jeder gerne hören, aber es gibt einige Gründe, die dafür sprechen, dass wir 2022 im Bärenmarkt verbringen müssen. Also Gründe dafür, dass die Kurse jetzt noch ein oder zwei oder noch mehr Jahre lang fallen, bis wir alle müde und erschöpft sind und aufgeben. Die wichtigsten neun Gründe stelle ich euch vor.

    1.) Die Doppelspitze

    Das Double-Top ist eine Chartformation, die sich durch zwei wiederholende Spitzen manifestiert. Wenn man die Spitzen anschaut, die Bitcoin im Mai und im November ausbildete, haben wir einen Kurs, der sehr nach einer Doppelspitze aussieht.

    In der Lehre der Chartbild-Astrologie hat das Doppel-Top eine bestimmte Bedeutung. Es ist, schreibt Investopia, „ein extrem bärisches technisches Umkehr-Muster, das sich bildet, nachdem ein Asset eine Spitze zweimal aufeinanderfolgend ausgebildet hat, mit einem moderaten Abstieg zwischen ihnen.“

    Ein „echtes Doppel-Top“ ist äußerst pessimistisch. Es „kann zu einem extrem scharfen Abstieg führen.“ Allerdings ist nicht eindeutig entschieden, dass ein Doppel-Top wirklich vorliegt. Es muss noch bestätigt werden. Dazu muss „der Preis unter ein Support-Level fallen, das bei oder unter dem Tief zwischen den beiden Hochs entspricht“. Bei Bitcoin wäre dies ein Preis von etwa 20.000 Euro oder eine Marktkapitalisierung von etwa einer halben Billion. Bis dahin muss der Kurs noch ein Weilchen fallen.

    Darüber hinaus bildet Bitcoin ein unsauberes Double-Top: Das zweite Hoch ist ein Stückchen höher als das erste. Wenn das zweite Tief höher bleibt als das erste, also der Kurs nicht unter das Support-Level fällt, würde die Formation sogar relativ optimistisch aussehen.

    2.) Keine Volumenspitze

    Üblicherweise kündigt sich eine Trendumkehr durch eine Volumenspitze an. Der Preis rast auf seine Spitze zu, es gibt ein sagenhaftes Handelsvolumen – und dann kehrt sich der Trend um, die Blase platzt, der Kurs fällt fast senkrecht hinab.

    Andersherum setzt der Preis meist mit einem Feuerwerk am Boden auf, er bricht ein, und plötzlich kauft der Markt, was das Zeug hält, weil Bitcoin zu günstig ist, und der Kurs federt zurück hinauf.

    Man nennt dies auch „Kapitulation“: Die Bären kapitulieren, weil sie es aufgeben, auf günstigere Preise zu hoffen, die Bullen kapitulieren, indem sie ihre Verluste realisieren.

    Das blieb bisher aus. Stattdessen sinkt das Volumen sogar, was laut der Volumenlehre darauf hindeutet, dass die Preise weiter sinken. Vielleicht werden wir 2022 eine Trendwende erleben. Aber wenn man der Volumenanalyse folgt, ist es noch nicht so weit.

    3.) Der große Zyklus

    Ein mehrjähriger Bärenmarkt würde gut ins Schema passen: Zwischen 2011 und 2013 gab es einen Bärenmarkt, zwischen 2014 und 2017, sowie zwischen 2018 und 2020: Eine Phase, in der die Kurse kontinuierlich absacken.

    Bei Bitcoin gehört der Wechsel zwischen Bullen- und Bärenmarkt zum Rhythmus jedes Halving-Zyklus: Einige Zeit nachdem sich der Ausstoß neuer Bitcoins durch die Miner halbiert hat, greift der Bullenmarkt und strebt einer neuen Spitze entgegen. Das kann nach einem halben Jahr geschehen oder nach einem ganzen.

    Der Kurs nähert sich im Regenbogen-Chart dem roten Streifen. Nach einem Drittel oder maximal der Hälfte der Halving-Epoche setzt die Trendumkehr ein. Der Preis fällt, bis er im blauen Streifen landet.

    Es wäre nach der Logik dieser Zyklen passender, wenn wir jetzt in einen Bärenmarkt fallen und uns auf die Suche nach dem Boden begeben, als wenn der Kurs jetzt erst dazu ansetzen würde, seine echte Spitze zu bilden.

    4.) Stock to Flow ist quasi gescheitert

    Seit etwa 2016 war das Stock-to-Flow-Modell (S2F) die heißeste Modellierung des Bitcoin-Preises. Das auf einem Indikator für Rohstoffe und Knappheit aufbauende Modell bildete den Kursverlauf von Bitcoin schon beinah zu perfekt ab.

    In diesem Jahr zeigte sich aber, dass die Prognosen des S2F-Modells selbst für den Krypto-Markt zu optimistisch sind. Eigentlich hätte Bitcoin „im schlechtesten Fall“ 2021 die 100.000 Dollar erreichen müssen. Hat er aber nicht, und er verlässt das Jahr bei nicht mal der Hälfte.

    Natürlich kann man das Stock-to-Flow-Modell dehnen. Man könnte sagen, es muss nur langfristig den Kurs halten, und die paar Monate, die Bitcoin aus dem Kanal fällt, seien egal. Etwa das machen die Apologeten des S2F-Modells. Das aber ändert nicht, dass das Modell und seine optimistischen Prognosen viel Vertrauen verloren haben.

    5.) Der Einhorn-Index ist weiterhin sehr hoch

    Den Einhorn-Index haben wir gestern vorgestellt. Er ist mit 90 noch immer sehr hoch, darunter 21 Supereinhörner mit mehr als 10 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Sind all diese Projekte wirklich so viel wert?

    Braucht es wirklich etwa 20 „Ethereum-Killer“ – also alternative Smart-Contract-Plattformen – die alle einen Einhorn-Status haben? Haben Coins wie Dash, Bitcoin SV, eCash, Zcash, EOS, Tron, Tezos und XRP nicht schon lange gezeigt, dass sie bisher daran gescheitert sind, Relevanz als Geld zu gewinnen und wohl auch in Zukunft scheitern werden? Und wie kann es sein, dass so viele DeFi-Anwendungen, selbst wenn sie auf einer Nebenchain sind, nach so kurzer Zeit zum Einhorn werden?

    Vielleicht sind unter den 84 Einhörnern manche unerwartete Perlen, Coins, die derzeit im niedrigen einstelligen Milliardenwert rangieren, aber auch zweistellig sein können. Aber mit großer Sicherheit sind zahlreiche Einhörner unnütz in dem Sinn, dass sie kein Ökosystem besitzen, das groß genug ist, um die Einhorn-Bewertung zu rechtfertigen.

    Um den Boden zu erreichen, müssen Einhörner sterben. Wenn der Bärenmarkt nicht Bitcoin und Ethereum erreichen wird – er wird über viele Einhörner herfallen.

    6.) Es gab kein zweites Tesla, Microstrategy und El Salvador

    Es gab kein zweites X: Kein Unternehmen von Weltrang hat nach Tesla Bitcoin in nennenswertem Umfang ins Portfolio genommen. Kein mittelgroßes Unternehmen hat nach Microstrategy entschieden Bitcoins akkumuliert. Kein zweites Land hat nach El Salvador Bitcoin zur offiziellen Währung gemacht.

    Möglicherweise bleibt das, was versprach, ein Startschuss zu sein, ein einzelnes Ereignis ohne Nachfolger. Der derzeit fallende Preis macht das wahrscheinlich – Unternehmen und Nationalstaaten greifen nicht gerne in fallende Messer.

    7.) Mit China ist ein mächtiger Markt zwar nicht weggebrochen, aber deutlich geschrumpft und de-dynamisiert

    Während des Bullenmarktes 2020/21 hat China die letzten legalen Spielarten des Kryptohandels sowie das Mining verboten. Zwar wird weiterhin „im Underground“ gemined und es gibt weiterhin Wege, mit Kryptowährungen zu handeln.

    Aber der Markt ist kleiner, weniger offen, und Akteure haben viel weniger Spielraum, zu wachsen. China wird voraussichtlich nicht mehr die Lokomotive sein, die die Krypto-Märkte antreibt. Das sollte man nicht unterschätzen. Noch nie war der potenzielle Markt für Bitcoin und Krypto kleiner als zu Beginn des Jahres 2021.

    8.) Die Regulierungssituation geht in heikle Phase

    Die ersten Länder beginnen, die Travel-Rule der FATF umzusetzen. Die Travel-Rule bedeutet essenziell, dass privat gehostete Wallets nicht mehr oder nur noch unter strengen Auflagen erlaubt sein sollen.

    In Deutschland manifestiert sich dies in strengen Auszahlungsprozeuren für Börsen und Wallets, auch wenn es im Detail noch nicht entschieden ist. In Südkorea dürfen Börsen ab dem Frühjahr nicht länger Coins an privat gehostete Wallets auszahlen. In Estland geht bald ein faktisch vollständiges Verbot privater Wallets in Kraft.

    Diese bisher unangenehmste und beissendste Welle der Regulierung wird 2022 voraussichtlich um die Welt gehen. Sie droht, gerade das zu unterminieren, was Krypto so bahnbrechend macht: den autonomen Zugriff auf digitales Geld. Wenn diese Regulierung gelingt – das ist ein sehr großes Wenn – könnte sie Bitcoin und Krypto einen Zahn ziehen, der bisher maßgeblich für den Erfolg war. Dies droht, das Ökosystem dauerhaft zu schädigen.

    9.) Die Zentralbanken erhöhen die Zinsen

    Die Fed zeigt sich bereit, die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen, die EZB zögert noch, erkennt aber vorsichtig an, dass die Inflation etwas stärker ausfällt als gewollt.

    Langsam erwacht unter Zentralbankern das Bewusstsein, dass sich die Geister, die ihre Geldpolitik beschwörte, auch gegen sie wenden kann. Wenn sie nun gegensteuern, hält dies die Inflation auf, oder es hält sie nicht auf, weil die Preisentwicklung vielleicht schon eine Eigendynamik gewonnen haben wird, die über die Lieferketten in die Löhne hineinwächst. Aber wenn die Zentralbanken die Zinsen erhöhen, und wenn es nur die Fed ist, dann werden nicht-volatile und festverzinste Anlagen wieder attraktiver und Kapital fließt von riskanteren Investments wie Aktien und Bitcoin ab. Auch dies könnte man im Preis zu spüren bekommen.

    Mit diesen neun Gründen enden unsere Argumente für den Bärenmarkt. Morgen drehen wir das Spiel um – und präsentieren neun Gründe für einen Bullenmarkt.

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