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    Kryptowährungen – Was wird aus dem Geld?

    Der Wert von Kryptowährungen stieg im Jahr 2017 enorm an. Ende 2017 konnte der Bitcoin einen Wert von rund 20.000 Dollar verbuchen. Dieser positive Trend scheint allerdings gebrochen zu sein. Derzeit befindet sich die bekannteste Kryptowährung im freien Fall und ist pro Coin nur noch 3.300 Dollar wert. Weitere bekannte Währungen verloren 75, 88 und 89 Prozent an Marktwert.

    Eine schnelle Erholung ist laut Experten nicht in Sicht.[1]Dörner, Astrid: Der Bitcoin fällt und fällt – das bringt Start-ups in Schwierigkeiten. In: https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/kryptowaehrungen-der-bitcoin-faellt-und-faellt-das-bringt-start-ups-in-schwierigkeiten/23730970.html?ticket=ST-165911-Rdhm1zgEO5EaANSPOBTw-ap1, abgerufen am: 07.12.2018. Ist damit der große Hype um die Kryptowährungen vielleicht schon kurz nach dem ersten Erscheinen wieder vorbei? Der Erfolg von Kryptowährungen steht und fällt dabei mit der gesellschaftlichen Akzeptanz. Die erst kürzlich eingeleiteten strafrechtlichen Ermittlungen gegen Bitcoin-Händler schaffen kein größeres Vertrauen, sondern verunsichern potentielle Nutzer noch mehr. Die Händler versuchten durch Spoofing, also das massenhafte Abgeben von Kaufanträgen und dem sofortigen Zurückziehen dieser Anträge, den Preis der Währung künstlich nach oben zu treiben.[2]Dörner, Astrid; Holtermann, Felix: US-Justiz untersucht Manipulationen bei größter Kryptowährung Bitcoin. In: https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/krypto-betrug-us-justiz-untersucht-manipulationen-bei-groesster-kryptowaehrung-bitcoin/22597680.html, abgerufen am: 07.12.2018. Dabei ist gar nicht die Blockchain-Technologie der Risikofaktor, sondern die dahinterstehende Infrastruktur. Die Technologie an sich, wird sogar als die größte technische Errungenschaft, völlig losgelöst von Bitcoin, gehandelt.

    Im Mittelpunkt steht dabei eine dezentrale Datenbank, die alle abgeschlossenen Transaktionen umfasst. Vergleichbar mit einer Kette, werden immer wieder neue Glieder hinzugefügt. Das Erzeugen von neuen Coins ist unter anderem davon abhängig, dass bereits existierende Elemente bekannt sind. Nur auf dieser Wissensgrundlage können weitere, in Fachkreisen so genannte „Blocks“, erzeugt werden, die als Sicherheitskriterium zusätzlich eine Prüfsumme des vorhergegangenen Blocks besitzen. Jeder Nutzer, der sich dem Minen von Bitcoins verschrieben hat, besitzt deshalb eine sich ständig aktualisierende Kopie dieser Datenbank auf seinem lokalen Rechner.[3]Hülsbömer, Simon; Genovese, Bill: Was ist Blockchain? In: https://www.computerwoche.de/a/blockchain-was-ist-das,3227284, abgerufen am: 21.12.2018. Beim Bitcoin gab es aufgrund dieser Sicherheitsvorkehrungen bisher keinen dokumentierten erfolgreichen Angriff auf die Technologie, vielmehr sind die Handelsplätze und Wallets angriffsanfällig.[4]Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Kryptowährungen als sicheres Zahlungsmittel? In: https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Service/Aktuell/Informationen/Artikel/kryptowaehrung_blockchain.html, abgerufen am: 07.12.2018.

    Es gilt aber zu beachten, dass bei mittlerweile rund 2000 verschiedenen Kryptowährungen[5]CoinMarketCap: All Cryptocurrencies. In: https://coinmarketcap.com/all/views/all/, abgerufen am: 07.12.2018. auch unterschiedliche Produktionsarten und damit auch andere Probleme und Risiken auftreten können. Venezuela startete den kläglichen Versuch eine eigene Kryptowährung zu emittieren, die als Sicherheit die Ölreserven des Landes nutzen sollte. Laut Regierung wurden 3.3 Milliarden Dollar durch die Emission erwirtschaftet, allerdings kann der „Petro“ bis heute an keiner Kryptobörse gehandelt werden.[6]Wiebe, Frank: „Superman“-Kryptowährung Petro wird zum Superflop. In: https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/erste-staatliche-kryptowaehrung-superman-kryptowaehrung-petro-wird-zum-superflop/23009238.html, abgerufen am: 21.12.2018. Das Vertrauen in die Währung ist dementsprechend massiv gesunken und das Risiko des Totalverlusts seiner Investition ist nicht unerheblich. Andere Probleme ganz grundsätzlicher Natur gründen sich auf dem hohen Stromverbrauch und der damit einhergehenden Umwelt-Belastung durch ständig laufende Rechner. Es wird geschätzt, dass der Stromverbrauch durch Bitcoin-Mining den Jahresdurchschnittsverbrauch der meisten afrikanischen Länder übersteigt.[7]Müller, Thomas: Verbraucht mehr Strom als Irland: Warum Bitcoins echte Klimakiller sind. In: https://www.focus.de/finanzen/experten/mueller/kryptowaehrung-das-bitcoin-system-verbraucht-schon-so-viel-strom-wie-ein-kleines-land_id_7970176.html, abgerufen am: 21.12.2018.

    Folglich versuchen sich deshalb bereits erste Firmen nicht grundlos daran, umwelt- und ressourcenschonend zu arbeiten. Ein japanisches Unternehmen nutzt z.B. seinen überschüssigen Solarstrom zum umweltfreundlichen Minen von Kryptowährungen.[8]Giese, Tanja: Kryptowährungen und Umweltschutz: Mining geht auch grün. In: https://www.btc-echo.de/kryptowaehrungen-und-umweltschutz-mining-geht-auch-gruen/, abgerufen am: 21.12.2018. Neben Bitcoin können auch andere Kryptowährungen, z.B. „Ether“, die auf der Plattform namens Ethereum genutzt wird, gemined werden. Dabei setzt jede Währung den Fokus auf einen anderen selbstgewählten Aspekt. „Monero“ setzt auf Anonymität, „Dash“ auf sekundenschnelle Transaktionen und „Ripple“ ermöglicht es den Nutzern gar nicht erst Mining zu betreiben.[9]Rixecker, Kim: Bitcoin, Ether und mehr: Die 10 größten Kryptowährungen der Welt. In: https://t3n.de/news/bitcoin-ether-kryptowaehrung-802230/, abgerufen am: 21.12.2018. Viele dieser stark unterschiedlichen Währungen sind allerdings nicht mehr relevant oder konnten gar nicht erst großartig an Bedeutung gewinnen. Selbst die wertestärkste Währung Bitcoin, die einen Wert von momentan 59 Milliarden US-Dollar darstellt, ist im Vergleich zu der Geldmenge von 9.8 Billionen Euro im gesamten Euroraum, also lediglich 0,6 Prozent vom europäischen Geldvolumen, nicht relevant.[10]Schimmel, Sascha-Pascal: Bitcoins: Rasanter Aufstieg einer Phantom-Währung. In: https://www.focus.de/finanzen/geldanlage/tid-30404/virtuelles-geld-bitcoins-rasanter-aufstieg-einer-phantom-waehrung-beschraenktes-angebot-virtueller-muenzen_aid_952842.html, abgerufen am: 07.12.2018. Ein spürbarer Einfluss auf die Finanzmärkte, sei er negativ durch das Platzen einer Blase oder positiv durch die Investitionsfreude von Anlegern, kann dadurch nahezu ausgeschlossen werden.

    Kryptowährungen sind also offensichtlich vor allem für Innovations-Interessierte, Technikenthusiasten und risikofreudige Menschen von Bedeutung. Dieser Umstand lässt sich auch deutlich aus den Umfragewerten herauslesen. Lediglich 3% der Bundesbürger besitzen überhaupt Kryptowährungen, wobei vor allem die Gruppe der 18- bis 34-Jährigen eine Mehrheit repräsentiert. 36% aller Bundesbürger sehen aber ein Problem darin, dass Kryptowährungen rein virtuelle Zahlungsmittel sind.[11]Rixecker, Kim: Jeder Dritte hält Kryptowährungen für eine interessante Geldanlage. In: https://t3n.de/news/kryptowaehrungen-deutschland-umfrage-1083678/, abgerufen am: 07.12.2018. In einem gewissen Maße handelt es sich also um eine Generationenfrage. Akzeptanz und Ablehnung hängen dabei aber nicht nur vom Alter oder von den finanziellen Mitteln ab. Tatsächlich können deutliche Verbindungen hergestellt werden zwischen politischen, ökologischen und gesellschaftlichen Umgebungs- oder Infrastrukturvariablen. Beispielhaft steht hier die Türkei, die in letzter Zeit viel Aufsehen erregte durch eine immer stärker werdende Wirtschaftskrise, infolgedessen die inländische Währung immer stärker an Wert verlor. ING stellte fest, dass das dadurch steigende Misstrauen in die Banken und/oder politische Führung unter anderem zu einer höheren Kryptowährungsrate führt.[12]Eberle, Patrick: Akzeptanz der Kryptowährungen beschleunigt sich – Ende des Fiat? In: https://coincierge.de/2018/akzeptanz-der-kryptowaehrungen-beschleunigt-sich-ende-des-fiat/, abgerufen am: 07.12.2018.

    Es ist deshalb wenig überraschend, dass die meisten Bitcoin-Miner aus der Volksrepublik China stammen.[13]Ernst, Rob: Größter Bitcoin Miner – BTC Mining in neuen Dimensionen. In: https://blockchain-hero.com/groesster-bitcoin-miner/, abgerufen am: 07.12.2018. Auch das Verbot durch die chinesische Regierung von allen ICOs, dem Initial Coin Offering bei dem neu emittierte Kryptowährungen an Anleger verkauft werden, änderte nichts an diesem Umstand.[14]Schmidt, Tobas: ICOs in China für illegal erklärt. In: https://www.btc-echo.de/icos-in-china-fuer-illegal-erklaert/, abgerufen am: 07.12.2018. Es wird damit versucht die Kontrolle über das bisher noch nicht regulierte, unkontrollierbare System zurückzugewinnen. Das erfolgt am Beispiel von China durch Regularien und Verbote. Japan geht einen anderen, einen offeneren, Weg. Die Regierung fördert und unterstützt die Kryptowährung Bitcoin. Die Japaner handeln mehr als alle anderen Länder auf der Welt mit Kryptowährungen.[15]Stocker, Frank: Japans Liebe zum Bitcoin wird jetzt belohnt. In: https://www.welt.de/finanzen/article172315903/Bitcoin-Japans-Liebe-zur-Kryptowaehrung-wird-jetzt-belohnt.html, abgerufen am: 07.12.2018. Das ist und war eines der stärksten Argumente für das neue Zahlungsmittel. Dezentrales, schnelles und kosteneffizientes Handeln. Allerdings steigen die Transaktionskosten aufgrund der Blockchain-Technologie und immer größer werdenden, zu schickenden Daten. Wenig überraschend beliefen sich deshalb die Kosten einer Bitcoin-Transaktion Ende 2017 bereits auf bis zu 100€. Durch den sinkenden Währungswert, sinken aber auch die Transaktionskosten und man muss nur noch rund 40 Dollar pro Kilobyte bezahlen.[16]Dölle, Mirko: Bitcoin-Transaktionsgebühren auf Talfahrt. In: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bitcoin-Transaktionsgebuehren-auf-Talfahrt-3948403.html, abgerufen am: 07.12.2018.

    Die Konzepte ändern sich natürlich von Kryptowährung zu Kryptowährung, aber es scheint alles in allem unrealistisch, dass Kryptowährungen in naher Zukunft bereits bestehende, reelle Währungen, wirklich ablösen können. Momentan befinden sich Kryptowährungen noch in den Kinderschuhen. Es gibt noch viele technische Probleme, politische und rechtliche Unklarheiten sowie skeptische Stimmen. Nichtsdestotrotz kann man durchaus einen Vergleich zu der Entwicklung des Internets ziehen. Die anfänglichen Schritte waren beschwerlich und für den Nutzer nicht intuitiv genug. Durch die heutigen Kryptowährungen können Entwickler und Nutzer erste Erfahrungen sammeln, Potentiale ausschöpfen und Verbesserungen vornehmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden aber auch diese in der Zukunft abgelöst durch noch bessere, schnellere, einfachere und kostengünstigere Kryptowährungen.[17]Kirsch, Sebastian: Bitcoin ist nicht die Währung der Zukunft. In: https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/invest-2018-bitcoin-ist-nicht-die-waehrung-der-zukunft/21179298.html, abgerufen am: 14.12.2018. Die große Entwicklung hat gerade erst begonnen!

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