More
    StartKryptowährung NewsKrypto-Branche bekommt Gegenwind von Tech-Experten

    Krypto-Branche bekommt Gegenwind von Tech-Experten

    Video Krypto-Branche bekommt Gegenwind von Tech-Experten

    Von Joe LightBarron’sÜbersetzung: Thomas Steer

    Eine Gruppe von 26 Technologen und Krypto-Gegnern hat am Mittwoch einen Brief an Politiker des US-Kongresses geschickt. Darin fordern sie die Abgeordneten auf, die Aussagen von Befürwortern digitaler Vermögenswerte mit Skepsis zu betrachten. Diese behaupten, dass das „Web3“ die Welt positiv verändern werde.

    Es ist unklar, welche Auswirkungen der Brief auf kurze Sicht haben wird, zumal der Kongress bisher nur wenige Krypto-Gesetze verabschiedet hat. Aber wenn die Initiative an Zuspruch gewinnt, könnte die Krypto-Branche einen mächtigen neuen Gegner im Kampf um neue Gesetze bekommen.

    Web3 ist ein Sammelbegriff für ein Internet der nächsten Generation, das auf Blockchain-Technologie und Kryptowährungen basiert. Es hat zu hohen Investitionen geführt, aber auch Skepsis darüber hervorgerufen, ob es mehr als nur ein Marketing-Gag ist.

    Einige Technologen sind inzwischen entschiedene Krypto-Skeptiker. Krypto „ist eine Lösung für ein nicht vorhandenes Problem und hat sich nun an Konzepten wie finanzieller Inklusion und Datentransparenz festgebissen, um seine Existenz zu rechtfertigen“, heißt es in dem Schreiben.

    Die Blockchain-Technologie ermögliche, „wenn überhaupt, nur wenige realwirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten“, so der Brief weiter. Allerdings sind Krypto-Assets „ein Instrument für unsichere und hochvolatile spekulative Anlagestrategien“, die Kleinanlegern angeboten werden, die sich der Risiken nicht bewusst sind.

    Die Unterzeichner des Briefes forderten die Abgeordneten auf, keinen „schützenden rechtlichen Rahmen“ für die Branche zu schaffen. Außerdem solle der Kongress „über den Hype und den Wirbel um die Krypto-Branche hinausblicken“.

    Zu den namhaften Technologen, die den Brief unterschrieben haben, gehören der Cybersicherheits-Experte und Harvard-Dozent Bruce Schneier sowie der Software-Ingenieur und IBM Fellow Grady Booch. Weitere Unterzeichner sind etwa die Krypto-Skeptikerin und Bloggerin Molly White sowie Jamie Zawinski, ein Entwickler des Netscape-Browsers.

    Die Abgeordneten arbeiten bereits an Gesetzesentwürfen zur Regulierung von Kryptowährungen. Die Befürworter der Krypto-Branche haben ihre politischen Spenden und ihre Lobbyarbeit verstärkt. Sie drängen die Gesetzgeber zu milderen Maßnahmen – auch um Innovationen zu fördern. Da der US-Kongress jedoch gespalten ist und nur noch wenig Zeit bis zu den Midterm-Wahlen im November bleibt, ist es unwahrscheinlich, dass ein Gesetz verabschiedet wird. Und nach Ansicht der meisten Lobbyisten stellen die Bemühungen die Weichen für eine weitere Regulierungsinitiative im Jahr 2023.

    Der Brief könnte dennoch von Bedeutung sein. Er kann den Anstoß dazu geben, dass sich Krypto-Skeptiker in der Tech-Industrie besser organisieren. Bisher hatten sie wenig Einfluss im Kongress.

    Der Widerstand gegen Kryptowährungen ging bislang von anderen Branchen und Interessengruppen aus. Der Bankensektor kritisiert die Krypto-Branche, weil sie Finanzprodukte anbietet, ohne sich an die Vorschriften zu halten, die traditionelle Finanzunternehmen befolgen müssen. Verbraucherschützer werfen der Krypto-Branche vor, Betrug zu ermöglichen und Anleger nicht ausreichend zu schützen.

    Aber die Tech-Branche schien sich bisher weitgehend geschlossen für die Förderung der Entwicklung von Web3 auszusprechen.

    Der Brief sei „ein Experiment. Man wolle sehen, ob das Maß an Skepsis, das diese Technologen in ihrer eigenen Branche hören und sehen, in etwas Konkreteres und Gemeinschaftlicheres umgewandelt werden kann“, sagte Mark Hays. Er ist Senior Policy Analyst bei Americans for Financial Reform (AFR), einer Interessengruppe für Anleger, die den Brief mit initiiert hat. Die AFR hat sich im Kongress für eine stärkere Regulierung der Krypto-Branche eingesetzt.

    Die Technologen haben den Brief online gestellt, um weitere Unterschriften zu sammeln. Laut Hays könnten die Technologen direkt mit Politikern in Kontakt treten – je nachdem, wie viel Zuspruch sie erhalten. Er fügte jedoch hinzu, dass man generell versuchen wolle, „den Skeptikern mehr Gehör zu verschaffen“.

    Read more: Krypto experten – Krypto-NFTs

    Source: 🔗