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    StartKryptowährung NewsGroßer Teil der Versicherungsbranche ist unsicher, ob Blockchain Potenzial hat

    Großer Teil der Versicherungsbranche ist unsicher, ob Blockchain Potenzial hat

    • GlobalData hat bei Führungskräften aus der Versicherungsbranche Einschätzungen zur Blockchain eingeholt • Ein Drittel der Versicherer hält die Blockchain für weniger vielversprechend als noch vor einem Jahr • Experten sehen dennoch eine Zukunft für die Blockchain in der Versicherungsbranche – die Vorteile seien immens

    R3i gab Ende Juli bekannt, Insolvenz angemeldet zu haben

    „Da Smart Contracts auf einer Blockchain unveränderlich sind, muss jede spezifische Kodierung, die für Schutzmaßnahmen erforderlich ist, im Voraus berücksichtigt werden. Es wird jedoch nicht mehr lange dauern, bis Smart Contracts bei Versicherungen nicht mehr wegzudenken sind, und die Verbraucher können von den Versicherungsanbietern sogar die Bereitstellung benutzerfreundlicher Portale erwarten, mit denen Versicherungsfälle effizienter gelöst und schnellere Auszahlungen für vordefinierte Auslöser ermöglicht werden können.“ Mit diesen Worten zitierte die Versicherungszeitschrift Risk&Insurance noch im März Benjamin Peach von Aon. Im selben Artikel kommt auch Patrick Schmid von RiskStream zu Wort: „Die Versicherungsbranche sitzt nicht länger am Spielfeldrand.“ RiskStream ist Teil der Blockchain Insurance Industry Initiative (R3i), die im Juli bestätigte, Insolvenz angemeldet zu haben. Der Optimismus der beiden Experten scheint Stand August 2022 also keine Früchte getragen zu haben.

    Mehr als ein Fünftel der Versicherer halten die Blockchain für einen „Hype ohne Substanz“

    Nicht alle Versicherer sind so Blockchain-begeistert wie Peach und Schmid. Insurance News berichtet mit Verweis auf eine kürzlich veröffentlichte GlobalData-Umfrage, dass 21 Prozent der Führungskräfte aus der Versicherungsbranche Blockchain für einen „Hype ohne Substanz“ halten und nicht sicher sind, ob Potenzial dahintersteckt. Ein Drittel der Befragten habe angegeben, ein schlechteres Bild von der Blockchain zu haben als noch vor einem Jahr. Dazu dürfte der Krypto-Crash im Frühjahr beigetragen haben – und die kürzlich angemeldete Insolvenz der B3i, der große Firmen wie etwa Munich Re und Allianz angehörten. B3i wurde 2016 gegründet und hat darauf hingearbeitet, die Blockchain in der Versicherungsbranche zu etablieren. Nun musste der Zusammenschluss nach Schweizer Recht Insolvenz anmelden, weil zu wenig Investoren das Projekt unterstützten. Die GlobalData-Umfrageteilnehmenden gaben an, Augmented Reality, Internet of Things, 5G, Cloud Computing, Cybersecurity und Künstlicher Intelligenz für die Versicherungsbranche mehr Bedeutung zuzuschreiben als der Blockchain.

    In einigen Bereichen wird die Blockchain bereits verwendet

    Doch das bedeutet nicht, dass sich die Versicherungsbranche vollständig von der Blockchain abgewendet hat. Analyst Benjamin Hatton erklärt gegenüber Insurance News: „Die Regulierung wird schrittweise eingeführt und gestärkt, einige Unternehmen könnten das Vertrauen in die Blockchain gewinnen, das sie brauchen, um die Möglichkeiten der Technologie neu zu überdenken. Obwohl die Blockchain und Distributed-Ledger-Technologie sehr komplex sind, werden sie in der Versicherungsbranche immer mehr verwendet – insbesondere in der parametrischen Katastrophenversicherung.“ Viele verbünden die Blockchain noch viel zu sehr mit Kryptowährungen und verstünden die viel umfangreicheren weiteren Möglichkeiten für die Branche nicht richtig.

    Bei Nutzung könnte Blockchain Effizienz und Betrugsschutz verbessern

    Diese Möglichkeiten erläuterte McKinsey bereits 2016 in einem Report. „Bisher hat vor allem das Banking die Blockchain für sich entdeckt. Allerdings bietet die Technologie auch mögliche Anwendungen für Versicherer, etwa bei der Verbesserung von Versicherungsprodukten“, heißt es darin. So könne man etwa den Betrugsschutz verstärken, administrative Kosten senken und die Effizienz in verschiedenen Bereichen steigern. Die Versicherer müssten sich lediglich mit der Skalierbarkeit der Blockchain, Sicherheit und Standardisierung auseinandersetzen. Und auch die Munich Re erklärt auf ihrer Website, dass die Blockchain für die verschiedensten Versicherer eine Bereicherung darstellen könnte. So sei die Arbeit mit der Technologie etwa im Gesundheitsbereich oder bei Lebensversicherungen denkbar.

    Olga Rogler / Redaktion finanzen.net

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