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    Ethereum 2.0: Läutet der Merge das Ende des GPU Minings ein?

    Mit dem Wechsel des Konsensmechanismus von Ethereum während des Merge löste sich die Blockchain zur Validierung ihrer Transaktionen vom Proof-of-Work Verfahren, in dem Miner mit leistungsstarken Grafikkarten (GPUs) arbeiteten. Für diese war das ETH-Schürfen mittels ihrer Grafikchips bis dato ein sehr lukratives Geschäft.

    Während viele Miner in Vorbereitung der Ethereum-Umstellung ihre Hardware verkauft und die Erlöse in Ether steckten, um auch nach dem Merge dank Staking weiter an der Ethereum Blockchain zu verdienen, versuchen andere noch immer, ihre teuren Grafikkarten loszuwerden. Was folgt, ist ein Sekundärmarkt der purzelnden Preise.

    Ethereum 2.0: Läutet der Merge das Ende des GPU Minings ein?
    Binnen eines Monats ist der Preis für die beliebte Mining-Grafikkarte Asus GeForce RTX 3090 Ti um über 400 Euro eingebrochen. Quelle: Idealo

    Wieder andere versuchen sich in kleinere GPU-Mining-gestützte Blockchains wie “Ethereum Classic” zu retten, um die Rechenleistung der Grafikchips weiterhin in bares Geld zu verwandeln – mit mäßigem Erfolg, denn das Mining wird immer weniger lukrativ, auch weil so viele Ethereum Miner auf die Alternativen umsteigen.

    Wohin mit der Rechenleistung?

    Ethereum war längst nicht die einzige Blockchain, die GPU Mining ermöglichte. Die Token aller Ethereum Forks, wie etwa “Ethereum Classic”, lassen sich mit den Grafikchips schürfen. So wurden auch Proof of Work Blockchains wie Ergo oder Ravencoin zum Ziel der Ethereums Miner ab, die dort ihren verlorenen Ertrag wieder einholen wollten.

    Das Problem: Diese Blockchains können die volle Migration der Ethereum Hashrate nicht abfangen, ohne dass das Mining dort unprofitabel wird.

    In einem Blogeintrag auf Hashrate Index gehen Colin Harper und Erick Vera der Krypto-Mining-Firma Luxor Technologies dieser Hashrate-Wanderung Ethereums auf den Grund. Sie berechnen, dass nach der derzeitigen Abwanderung immer noch knapp 84 Prozent an Hash-Leistung ungenutzt bleiben werden. Demnach sind Ethereum Classic, Ravencoin und Ergo gemeinsam lediglich in der Lage, 15 Prozent der abgewanderten Rechenleistung Ethereums abzufangen. Ein Großteil der Miner wird dort kein Geld mehr verdienen können. PC Gamer, die sich lange über horrende Preise am Grafikkarten-Markt beschwert haben, dürfte das freuen – denn die Preise von GeForce 3070, 3080, 3090 Ti und Co. haben aller Wahrscheinlichkeit dank diesem Graben den Boden noch nicht erreicht.

    Ein weiterer Grund für die Miner, sich nach alternativen Einnahmequellen umzuschauen, ist, dass die geschürften Coins der Alternativen (mit Ausnahme von Ravencoin) deutlich weniger Ertrag bieten als Ethereum.

    Ethereum 2.0: Läutet der Merge das Ende des GPU Minings ein?
    Ethereum Classic, Ravencoin und Ergo im Profit-Vergleich. Quelle: Hashrate Index

    Viele GPU-Miner blicken auch auf weiter steigende Stromkosten und könnten sich daher dagegen entscheiden, mehr für Strom auszugeben, als sie mit dem Verkauf der geschürften Coins einfahren können – zumal ein Ende der Energiekrise nicht absehbar ist.

    Harper und Vera sind sich daher sicher, dass nur die effizientesten und leistungsfähigsten Schürfer in der Lage sein werden, nennenswerte Profite zu erwirtschaften. Kleine und durchschnittliche Miner würden verdrängt.

    Abverkauf

    Vielen Minern müsste diese Tatsache bewusst gewesen sein. Man könnte meinen, sie hätten nur noch auf die Bekanntgabe des erfolgreichen Merge gewartet, ehe sie ihre ETH verkauften, um noch die letzten Gewinne mitzunehmen. Das dürfte einer der Gründe für den Ethereum-Preissturz wenige Stunden nach Vollendung des Upgrades sein.

    ETH Miner Wallet Guthaben. Quelle: Oklink

    Jetzt sitzen sie auf Grafikkarten und anderer Mining-Ausrüstung im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar, die sie nicht gewinnbringend einsetzen können. Der großflächige Abverkauf der Geräte deutet sich an. Laut Harper und Vera ist die Nvidia GeForce RTX 3090 Grafikkarte auf E-Bay bereits 68 Prozent günstiger als im Vorjahr. Dieser Trend könnte weiter zunehmen, Aktien des Herstellers sind aufs Jahr gesehen ebenfalls um 50 Prozent gefallen. Besonders in der Merge-Woche sah die Firma große Verluste.

    Mit dem Wegfall der Mining-Nachfrage auf Ethereum verliert das GPU-Verfahren offensichtlich seinen Reiz. Der Zusammenbruch der abtrünnigen Ethereum Hard Fork “ETHPoW” steht sinnbildlich für das kommende Schicksal der Miner. Das häufig gezeichnete Szenario des Miner-Sterbens scheint sich in Zeiten der Proof-of-Stake Dominanz zu bewahrheiten.

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