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    StartKryptowährung NewsChina warnt, dass der Wert von Kryptowährungen auf Null fällt - und verschärft Zensur der sozialen Medien

    China warnt, dass der Wert von Kryptowährungen auf Null fällt – und verschärft Zensur der sozialen Medien

    Bemerkenswert: Die chinesische Regierung schaltet in der Propaganda gegen Krypto einen Gang hoch. Dass sie das nötig hat, zeigt mehr als alles andere, wie mächtig Bitcoin und andere Kryptowährungen sind.

    Chinas „Blockchain-based Service Network“ (BSN) ist eine staatliche Initiative, um die kommerzielle Adaption von Blockchain-Technologie voranzutreiben. Das aber hat mit Kryptowährungen nichts zu tun.

    Kryptowährungen seien, behaupteten zwei führende Vertreter des BSN vor einigen Tagen in der von der Regierung finanzierten People’s Daily, „das größte Ponzi-Schema in der Geschichte der Menschheit“. Denn die Early Adopter profitieren am meisten, und um stabil zu bleiben, benötigten Kryptowährungen einen ständigen Strom neuer Investoren. Der innere Zirkel versuche daher, den Betrug weiter zu treiben, indem er ihn in immer neue Mäntel kleide.

    Doch es bestehe Hoffnung, dass das System kollabiere. Der Status sei extrem fragil. „Wenn es bösartige Leerverkäufe gibt, keine neuen Investoren, enge Budgets oder eine Änderung der Regulierungspolitik“ werde dies zum Kollaps führen „und der Wert wird auf Null sinken.“

    Diese Aussage erinnert auffällig an die westlichen „Computerwissenschaftler gegen Bitcoin“ und das, was die „Skeptiker“ von sich geben. Sie scheint auch nicht zufällig zu kommen, sondern Teil einer Propaganda-Offensive zu sein. Denn nur wenige Tage zuvor war im Economic Daily, einer direkt der Kommunistischen Partei (KP) unterstellten Zeitung, etwas sehr ähnliches zu lesen:

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    „Bitcoin ist nicht mehr als eine Kette von digitalen Codes, und die Erträge damit entstehen vor allem dadurch, dass man günstig kauft und teuer verkauft.“ In der Zukunft, wenn das Vertrauen der Investoren schwindet oder wenn souveräne Länder Bitcoin für illegal erklären, wird es zu seinem ursprünglichen Wert zurückkehren. Der ist ganz und gar gar nichts.“

    Zur gleichen Zeit intensivieren die sozialen Medien Chinas die Zensur von allem, was mit Kryptowährungen und NFTs zu tun hat. Einem Bericht zufolge ist es keinem der einer Milliarde User von WeChat mehr erlaubt, irgendetwas über Krypto und digitale Assets (wie NFTs) zu schreiben.

    Jeder öffentliche Account, der mit Krypto arbeitet, werde „shadowbanned“, was meint, dass er ohne Information des Betroffenen für andere User stumm gestellt wird.

    All dies ist eine bemerkenswerte Serie von Nachrichten, die auf den ersten Blick überrascht, aber auf den zweiten und dritten Blick Sinn ergibt.

    Die Nachrichten sind überraschend, weil China Bitcoin, Krypto und NFTs (auf öffentlichen Blockchains) eigentlich verboten hat. Seit dem Herbst 2021 vollumfänglich und mit höchster Konsequenz. Warum so energisch vor etwas warnen, das bereits verboten ist? Warum so weit gehen, sogar das Gespräch darüber zu unterdrücken? Kann es sein, dass die Herrschaft der KP doch nicht so perfekt ist, wie sie es den eigenen Bürgern und dem Rest der Welt vormacht? Ist es möglich, dass die KP ihre Bürger nicht allein durch Zwang „schützen“ kann, sondern sie überzeugen muss?

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    Offenbar. Ende Mai wurde bekannt, dass in China trotz des absoluten Verbots das Underground-Mining weiterhin blüht. Eigentlich waren die Miner in Scharen aus China geflohen, nachdem die KP das Mining verboten hatte. Doch eine Studie der Universität Cambridge zeigt, dass das Mining in China wiederkehrt. Zwar stellt die USA weiter die meisten Hashrate, doch mit 22,9 Prozent hat sich China wieder auf den zweiten Rang vorgearbeitet.

    Solange die harten, ökonomischen Fakten passen – die Verfügbarkeit von Chips und von günstigem Strom – scheint selbst eine KP das Mining nicht aufhalten zu können.

    Auch NFTs scheinen in China munter gehandelt zu werden, trotz des Verbotes. Unter dem Namen „Digitale Sammelstücke“ scheinen sie sich auf zahlreiche Plattformen zu schleichen, bis hin zu einer App von Alibaba. Selbst öffentliche Blockchains wie Ethereum und NFTs werden in China genutzt, beispielsweise um Informationen zu speichern und zu verlinken, die die Regierung zensiert, wie ein Video über den irren Lockdown in Shanghai.

    Bitcoin und Kryptowährungen sind fast unmöglich zu verbieten. Nichts unterstreicht dies so sehr wie die neuesten Nachrichten aus China. Die Regierung hat so vieles versucht. Sie hat eine Phalanx an Unternehmen im Kampf gegen Krypto vereinigt, und die Polizei ermittelt intensiv und energisch. Aber offenbar – reicht dies einfach nicht.

    Daneben dürfte die Konkurrenz zwischen Staat und Privatwirtschaft eine Rolle bei der neuen Propaganaoffensive spielen. Keine Nation treibt eine dystopische digitale Währung so sehr voran wie China mit dem digitalen Yuan. Diese Währung aber braucht Fachkräfte, Informatiker, Designer, Influencer. Ebenso das BSN und seine Projekte.

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    In einer freien Gesellschaft zieht der freie Markt die besten Fachkräfte an. Gerade im Blockchain-Bereich werden Entwickler, die etwa die Smart-Contract-Sprache Solidity beherrschen, händeringend gesucht und mit mehr als phantastischen Gehältern und Konditionen angelockt. Weil staatliche Stellen damit nicht konkurrieren können, sind sie von Verboten und Propaganda abhängig, um die Talente zu bekommen, die sie brauchen, um ihre Blockchain-Projekte zu verwirklichen.

    Das Meme, dass China Bitcoin schon wieder verbiete, bekam nach den umfassenden Verboten von Handel und Mining einen schalen Beigeschmack. Doch wie sich zeigt, lebt es fort: China wird Bitcoin immer wieder und wieder verbieten müssen.

    China warnt, dass der Wert von Kryptowährungen auf Null fällt - und verschärft Zensur der sozialen MedienDas Bitcoinblog wird von Bitcoin.de gesponsort, ist inhaltlich aber unabhängig und gibt die Meinung des Redakteurs Christoph Bergmann wieder

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