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    Bitcoin: Ist das der finale Crash?

    An den regulären Börsen heißt so etwas Crash: ein Absturz um fast 25 Prozent binnen weniger Stunden. Genau das ist am Freitag mit dem Bitcoin-Kurs passiert. Noch vor wenigen Tagen wurde die virtuelle Währung für mehr als 20.000 Dollar gehandelt, seither bröckelte der Wert immer stärker, und nun stürzte er am vorläufigen Tiefpunkt auf 12.570 Dollar.

    Binnen einer Woche wurden damit rund 100 Milliarden Dollar an „Wert“ vernichtet – sofern man bei Bitcoin davon sprechen kann. Die Spekulationsblase scheint zu platzen. Oder doch nicht?

    In den vergangenen Tagen war der Gegenwind für Kryptowährungen immer heftiger geworden. Zahlreiche Vertreter des etablierten Geldsystems fanden scharfe Worte. Hinzu kamen technische Probleme. Andererseits gab es Abstürze wie den jüngsten auch in der Vergangenheit immer wieder.

    Kein konkreter Auslöser für Ausverkauf

    Zudem will Goldman Sachs, die Hochburg der Investmentbanker und Spekulanten, nun ebenfalls ins Geschäft mit Bitcoin & Co. einsteigen. Die Zukunft der virtuellen Münzen steht damit auf des Messers Schneide.

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    Ein konkreter Auslöser für den Ausverkauf war am Freitag nicht zu erkennen. „Zahlreiche Privatanleger dürften sich in den letzten Tagen die Finger an digitalen Talern verbrannt haben“, sagt jedoch Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers Daily-FX.

    Sie waren offenbar in den vergangenen Tagen und Wochen bei Preisen von 15.000 Dollar oder mehr eingestiegen, und sie mussten nun mitansehen, wie ihnen die Gewinne angesichts der bröckelnden Kurse in den Fingern zerrannen. Da zogen sie die Notbremse – und beschleunigten den Absturz.

    Und zwar nicht nur bei Bitcoin, sondern bei praktisch allen Kryptowährungen, von denen es inzwischen – einer Zählung der Online-Plattform coinmarketcap.com zufolge – 1375 Varianten gibt, der Großteil jedoch mit vernachlässigbarem Handels- und Marktvolumen. Bitcoin steht immer noch für rund 40 Prozent des gesamten Marktwertes.

    Ansturm überfordert das Netzwerk

    Gerade der Bitcoin hat inzwischen jedoch ein echtes technisches Problem. Denn die Abwicklung von Transaktionen dauert mittlerweile mehrere Stunden. Das liegt daran, dass es keine zentrale Stelle gibt, wo diese verbucht werden. Vielmehr handelt es sich bei der zugrunde liegenden Blockchain-Technologie um ein dezentrales Netzwerk.

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    Daher müssen alle Transaktionen in allen Teilen des Netzwerks eingetragen werden. Das dauert umso länger, je mehr gehandelt wird. Denn derzeit können nur etwa sieben Transaktionen pro Sekunde bestätigt werden – viel zu wenig für den Ansturm der vergangenen Wochen.

    Daneben gibt es immer wieder Berichte von kriminellen Handlungen im Zusammenhang mit den Kryptowährungen. So stellte die Handelsplattform Coinbase Mitte der Woche den Betrieb teilweise ein. Zuvor hatte der Verdacht auf Insiderhandel bei dem Cyber-Börsenbetreiber für Verunsicherung gesorgt. Immer wieder stehlen auch Hacker virtuelle Münzen.

    „Bleiben Sie weg. Das ist tödlich“

    Aber das Schürfen neuer virtueller Münzen sowie der Handel damit verbrauchen inzwischen auch Unmengen an Energie. Eine einzige Transaktion benötigt derzeit rund 250 Kilowattstunden. Damit kann ein Zweipersonenhaushalt fast einen ganzen Monat auskommen. Der Grünen-Politiker Boris Palmer hat daher auch schon Energieeffizienzregeln für die virtuellen Währungen gefordert, ganz wie für Häuser.

    Andere, hochrangigere Politiker sowie Notenbanker warnten in den vergangenen Tagen immer lauter vor der Blasengefahr und dem Risiko, das Anleger damit eingehen. Der Chef der japanischen Zentralbank, Haruhiko Kuroda, sagte am Donnerstag, der Preisanstieg für die digitale Währung sei „anormal“.

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    Bundesbank-Chef Jens Weidmann warnte vor Verlusten. Die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, kritisierte, Bitcoin sei kein Geld. Und der dänische Zentralbankchef Lars Rode forderte die Bürger sogar explizit auf: „Bleiben Sie weg. Das ist tödlich.“

    Einige Staaten haben Handel verboten

    Es wäre vor allem dann tödlich, wenn Regierungen und Notenbanken auf die Idee kämen, die virtuellen Währungen zu verbieten. Auch dafür gibt es Stimmen, und in einigen Staaten wie Marokko, Bolivien oder Ecuador ist der Handel sogar schon verboten. China hat alle Handelsplätze für Kryptowährungen schließen lassen, und auch ein totales Verbot scheint nicht ausgeschlossen, da Chinesen nach wie vor damit handeln, inzwischen im Ausland.

    Trotz all dieser eher ernüchternden Nachrichten will jedoch andererseits die amerikanische Investmentbank demnächst in den Handel mit Kryptowährungen einsteigen und dazu einen entsprechenden Handelsbereich aufbauen. Das Geschäft solle bis Ende Juni an den Start gehen, berichtete die Agentur Bloomberg. Ein Sprecher bestätigte dies nur indirekt, indem er sagte, man prüfe „als Reaktion auf das Kundeninteresse an digitalen Währungen“, wie man dieses am besten bedienen könne.

    Goldman-Chef Lloyd Blankfein hatte sich vor Kurzem offen für Bitcoin gezeigt, im Gegensatz beispielsweise zu Jamie Dimon, dem Chef des Rivalen JP Morgan. Jener hatte Bitcoin zuletzt als Betrug bezeichnet und prognostiziert, die Währung werde in einem Crash enden.

    Ob der aktuelle Absturz dieser finale Crash ist, muss sich aber erst noch zeigen. Denn wahr ist auch: Ähnliche Einbrüche gab es beim Bitocin-Kurs in den vergangenen Monaten immer wieder, teilweise waren sie sogar noch drastischer, im Juli ging es sogar mal fast 40 Prozent runter – und anschließend ging die Rallye dann wieder weiter, auf neue Höhen. Sicher ist derzeit nur: Die Luft wird dünner.

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