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    StartKryptowährung NewsAbverkauf am Krypto-Markt: Darum brechen Bitcoin & Co schon wieder ein

    Abverkauf am Krypto-Markt: Darum brechen Bitcoin & Co schon wieder ein

    Warb die Krypto-Branche nicht mit dem Inflationsschutz?

    Doch warb die Krypto-Branche nicht damit, dass Kryptos ein Inflationsschutz seien? Viele Kryptos sind noch gar nicht lang genug auf dem Markt, um schon während einer auch nur annähernd nennenswerten Inflation gehandelt worden zu sein. Der Bitcoin als älteste Krypto-Währung galt aber gerade als Absicherung gegen Inflation. Kann das sein?

    Nach Einschätzung von Marktexpertinnen und -experten kann es langfristig keine Inflation etwa beim Bitcoin geben, weil er nicht beliebig herstellbar ist – anders als Fiat-Währungen wie Euro und Dollar, die immer weiter gedruckt werden können. „Es gibt am Ende des Mining-Prozesses knapp 21 Millionen Bitcoin und keinen einzigen mehr“, sagt ein Experte. Die Frage sei, ob Menschen den Kryptos generell einen Wert beimessen oder ob dieser irgendwann dauerhaft 70, 80 oder 90 Prozent seines Wertes verlieren wird.

    Celsius bringt das Fass zum Überlaufen die Panik

    „Schon die Inflation, der Krieg und Stablecoin-Hacks waren eine toxische Konstellation“, sagt ein Experte. Doch damit nicht genug: Zu Wochenbeginn setzte der Krypto-Anbieter Celsius Network in den USA alle Rückzahlungen von Bitcoin an seine Kundinnen und Kunden aus. Experten berichten von einem regelrechten Bank Run. Das hat zuerst einmal nur echte Krypto-Kenner und -Insider interessiert. Krypto-Verleih ist schließlich nicht jedermanns Sache. Doch schnell wurde es auch in Deutschland ein Thema – unfreiwillig für viele Anlegerinnen und Anleger, ja vielleicht sogar unterschätzt:

    Denn Kundinnen und Kunden der Neobank Nuri, die früher als Bitwala firmierte, hatten plötzlich keinen Zugriff mehr auf ihre Bitcoins. Sie konnten sie sich nicht auszahlen lassen. Was viele vielleicht nicht wussten: Nuri ist Partner von Celsius. Nuri bietet in Deutschland ein so genanntes Bitcoin-Ertragskonto an: Anlegern drei Prozent Zinsen, wenn sie ihre Bitcoins über Nuri verleihen. An Celsius. Celsius verleiht die Kryptos wiederum weiter. Und bietet Kredite an, die mit Kryptos besichert werden können. Doch nun wollen die Kundinnen und Kunden von Celsius ihre Bitcoins zurück.

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    Panik macht sich breit. „Celsius hat eine Kettenreaktion ausgelöst.“. Auch verschiedene andere Markt-Teilnehmer, etwa Krypto-Börsen, haben Bitcoin-Auszahlungen gestoppt. Einige prüfen die Auszahlungsanfrage mehrere Tage lang. Bei Märkten wie Binance war der Auszahlungsstopp allerdings nur vorübergehend gewesen.

    Aber auch bei ETPs, die physisch mit den jeweiligen Kryptos unterlegt sind, können weitere Abverkäufe drohen.

    „Viele Investorinnen und Investoren, vor allem Privatanlegerinnen und -anleger, werden sich nun überlegen, wo sie ihre Kryptos kaufen, verwahren und wem sie sie leihen“, sind Experten sicher. Das Interesse an regulierten Partnern wie Banken dürfte massiv steigen. „Der Regulierung spielen die Ereignisse jetzt in die Karten.“

    „Bei Lendings (das sind Verleihungen von Krypto-Währungen – Anm. der Red.), die Zinsen von 10,15 oder gar 20 Prozent versprechen, sollten die Alarmglocken läuten“, sagt ein Markt-Kenner. Erst jetzt werde wohl vielen erst bewusst, worin sie investiert haben.

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    Die Technologie steht außer Frage

    Grundsätzlich sehen die Experten die Technologie und ihre Weiterentwicklung nicht gefährdet: „Coins ohne Mehrwert werden verschwinden, Krypto-Währungen wie Ether etc jedoch nicht.“ Begründung: Wer sich mit der Technologie beschäftige und sie verstehe, erkennt auch ihren Nutzen und ihre bahnbrechenden Möglichkeiten. Das Fazit am Markt: „Auf lange Sicht haben wir das letzte Allzeithoch noch nicht gesehen.“

    Aktuell ist allerdings die Technologie wenig im Fokus. Der Bitcoin Fear & Greed Index steht bei 7 – der Wert bedeutet extreme Angst. In der Vergangenheit waren solche Stimmungs-Indikatoren meist ein Zeichen, dass der Markt einen Boden gefunden hat, wenn der Index so extrem stand. Wie etwa zu Beginn der Corona-Krise im März 2020. Ob das auch diesmal der Fall sein wird, kann niemand vorhersagen. Ein Krypto-Winter ist lang…

    Disclaimer: Die Autorin ist in Krypto-Währungen investiert.

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