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    11 Dinge, die ihr wissen müsst, um Bitcoins zu verstehen

    Schaltet ihr auch immer geistig ab, wenn Freunde über Bitcoins und andere Kryptowährungen reden? Habt ihr bisher auch nicht verstanden, wie das funktioniert und was daran so toll sein soll? Keine Sorge, mit diesem Guide seid ihr in zehn Minuten schlauer.

    Dauernd sind diese Bitcoins, Ethereum, Ripple und andere Kryptowährungen in den Medien. Mal steigt der Kurs, dann fällt er, dann nennt es wer eine Blase, eine Gefahr, dann wollen Staaten es verbieten und andere werden Milliardäre. Habt ihr auch keinen blassen Schimmer, was dahintersteckt und geht unauffällig in die Küche, wenn bei der nächsten Feier jemand das Wort „Bitcoin“ in den Mund nimmt? Keine Angst, nach diesen sieben Antworten geht es euch besser.

    Bitcoin, Ethereum, Ripple, Kryptowährungen: Was ist das eigentlich?

    So etwas wie Kryptowährungen in einer sehr einfachen Form kennen wir alle: Spielgeld. Ganz viele Brett- und Videospiele nutzen eigene Währungen, mit der man innerhalb der Spielwelt bezahlen kann. Das sind die Geldscheine bei Monopoly genauso wie die Goldmünzen in den Super-Mario-Spielen.

    Kryptowährungen sind nun einfach eine ernste Form des Spielgeldes, denn sie wollen nicht in einem Spiel, sondern in der echten Welt als Zahlungsmittel dienen. Eine Kryptowährung zeichnet sich dabei durch zwei Eigenschaften aus: Erstens ist sie digital, es gibt also keine gedruckten Münzen oder Scheine, und zweitens sind Überweisungen in dieser Währung verschlüsselt (daher die Vorsilbe „krypto“), damit sie nicht gehackt werden können.

    Wozu brauchen wir digitale Währungen?

    Auch Euros und Dollars lassen sich längst digital als Zahlungsmittel einsetzen. Wozu brauchen wir also die mehr als 4.500 Kryptowährungen, die es derzeit gibt?

    Nun, Kryptowährungen haben gegenüber herkömmlichem Geld ein paar Vorteile. Sie werden in einem Netzwerk direkt zwischen Absender und Empfänger gehandelt, es steht keine Bank mehr dazwischen, bei der ihr ein Konto anlegen müsst und die jede eurer Überweisungen durchführt. Es gibt auch keine Zentralbank, die die Währung kontrolliert und steuern kann.

    Das verschafft einer Kryptowährung eine größere Unabhängigkeit von Autoritäten. Es ist ein bisschen wie beim Reisen: Früher musstet ihr euren Urlaub fast immer über ein Reisebüro buchen, heute könnt ihr online eure Flüge und Hotels direkt reservieren. In dieser Analogie fehlt jetzt allerdings die Zentralbank.

    Wie funktioniert so etwas denn technisch?

    Die technische Grundlage für alle Kryptowährungen ist die Blockchain. Die ist gar nicht so schwer zu verstehen. Im Prinzip könnt ihr euch die als eine Reihe von Blöcken vorstellen, die durch eine Kette miteinander verbunden sind. Jeder Block enthält dabei Angaben zu Überweisungen, die Menschen mit dieser Kryptowährung getätigt haben – um deren Gültigkeit zu beweisen.

    Read more: Bitcoin, Ethereum und Co: Wie steigt der Wert einer Kryptowährung? – 11 Faktoren

    Jeder Block hat eine unveränderbare und eindeutige Nummer. Wird ein neuer Block an die Kette angehängt, werden in diesem die Nummern aller vorangegangenen Blöcke gespeichert. So ist es nachträglich nicht mehr möglich, Blöcke aus der Kette herauszunehmen oder zu verändern, denn dann würden die Nummern in allen nachfolgenden Blöcken nicht mehr stimmen. Das macht das System sehr sicher.

    Also sind all meine Überweisungen für jeden öffentlich?

    Ja und nein. Alle Überweisungen bei einer Kryptowährung sind erst einmal öffentlich, genauso wie übrigens auch euer Kontostand jederzeit ersichtlich ist. Aber: Die Konten bei einer Kryptowährung sind anonym, sie bestehen nur aus einer Nummer. Niemand weiß, welches Konto euch gehört. In den Blockchain-Blöcken steht dann zum Beispiel auch nur, dass Konto 23 gestern 5,5 Bitcoins an Konto 77 überwiesen hat – wer da wem Geld geschickt hat und wofür, das weiß keiner.

    Diese Anonymität macht Kryptowährungen übrigens dort beliebt, wo Menschen stark überwacht werden – in China etwa. Dummerweise macht es digitale Münzen aber auch für Kriminelle beliebt, denn deren Überweisungen sind ebenso nicht nachzuvollziehen.

    Ich höre dauernd, dass Bitcoins „gemint“ werden. Was heißt das?

    Bei einer herkömmlichen Währung gibt eine Zentralbank, also zum Beispiel die EZB, ständig neues Geld aus. Sie hat als einzige das Recht, Münzen zu prägen und Scheine zu drucken und kontrolliert auch die Geldmenge.

    Bei Kryptowährungen fehlt diese Instanz schon im Konzept, also muss jemand anderes diese Aufgabe übernehmen. Dazu haben sich die Macher von Kryptowährungen eine Art Lotterie überlegt. Die funktioniert so (am Beispiel Bitcoin):

    Alle Überweisungen mit Bitcoins werden erst einmal in eine öffentlich zugängliche Liste geschrieben. Aktuell stehen da etwa 30.000 Transaktionen drin. Die sind erst einmal noch nicht gültig, der Empfänger hat also noch keine Bitcoins bekommen.

    Sie werden erst gültig, wenn jemand eine beliebige Anzahl der Transaktionen nimmt und sie in einen neuen Block der Blockchain einträgt und diesen ans Ende der Kette hängt. Das geht aber nicht so einfach.

    Um einen Block anzuhängen, muss aus der Nummer des alten Blocks und den Daten aller Transaktionen des neuen Blocks eine zufällige Zahl gebildet werden, ein so genannter Hash. Das ist im Prinzip ein Buchstaben- und Zahlensalat, den ein Algorithmus auf Grundlage der Daten errechnet. Dieser Algorithmus wiederum enthält ein Zufallselement. Würde man ihm also zehnmal das Wort „Bitcoin“ geben, würde er daraus zehn verschiedene Hashes erstellen.

    In der Bitcoin-Blockchain ist nun festgelegt, dass ein neuer Block nur angehängt werden darf, wenn sein Hash eine bestimmte Bedingung erfüllt. Das könnte zum Beispiel sein, dass er mit einer „0“ beginnt oder maximal fünfmal ein „A“ enthält. Die Bedingung ändert sich ständig und sie wird so gewählt, dass es ungefähr alle zehn Minuten einem Rechner gelingt, sie zu erfüllen.

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    Der Besitzer dieses Rechners darf also einen neuen Block anhängen. Er macht damit auch eine bestimmte Anzahl von Transaktionen gültig, sorgt also dafür, dass Leute ihr Geld aus Überweisungen bekommen. Deswegen wird er belohnt: Wer einen neuen Block anhängt, bekommt aktuell 12,5 Bitcoins gutgeschrieben und erhält außerdem alle Gebühren für die Transaktionen, die er in den Block geschrieben hat.

    Cool, kann ich also auch neue Bitcoins minen?

    Theoretisch ja, ihr braucht dafür nur ein kostenlos herunterladbares Programm. Allerdings raten wir davon ab. Weltweit errechnen schon so viele Rechenzentren ständig neue Hashes, dass derzeit 12.000.000.000.000.000.000.000 Hashes nötig sind, bevor ein neuer Block erzeugt wird. Selbst mit einem High-End-PC braucht ihr dafür 20 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, bei dieser Rechner-Lotterie einen neuen Block zu errechnen, ist verschwindend gering und lohnt den Aufwand kaum.

    Außerdem sinkt der Ertrag ständig: Gab es früher noch 50 Bitcoins für einen neuen Block, sind es heute noch 12,5 und werden in Zukunft noch weniger sein, weil die Gesamtmenge an Bitcoins begrenzt ist. Allerdings steigen mit der Beliebtheit der Währung natürlich die Überweisungen und damit auch die Menge der Gebühren.

    Wieso steigen und fallen Kryptowährungen so rasant im Wert?

    Anfang 2017 war ein Bitcoin noch 964 Dollar wert, am Jahresende waren es rund 19.000 Dollar. Jetzt sind es ungefähr 8.000. Teilweise steigt oder sinkt der Kurs um 20 Prozent an einem Tag. Der Fachmann sagt auch: Er ist sehr volatil.

    Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens gibt es eben keine Zentralbank, deren Aufgabe bei herkömmlichen Währungen auch ist, den Kurs möglichst stabil zu halten. Der Euro oder Dollar wird etwa quasi nie so stark im Wert schwanken wie Bitcoin, weil EZB und Fed das aktiv verhindern. Ein stabiler Kurs ist Grundlage dafür, dass eine Währung flächendeckend als Zahlungsmittel eingesetzt werden kann.

    Dass der Bitcoin-Kurs aber überhaupt auf bis zu 19.000 Dollar pro Münze steigen konnte, liegt schlicht an den Gesetzmäßigkeiten des Marktes. Die Menge an Bitcoins ist begrenzt, die Beliebtheit, also Nachfrage, der Währung steigt aber immer schneller. Immer mehr Menschen interessieren sich für Kryptowährungen und wollen selbst welche besitzen – also steigt der Preis.

    Ist das eine Blase?

    Als „Blase“ bezeichnet der Fachmann, wenn der Preis für ein bestimmtes Gut viel höher steigt als sein eigentlicher Wert beträgt. Die Immobilienkrise in den USA war zum Beispiel eine Blase, weil Banken horrende Summen für Hypotheken bezahlt und gefordert haben, die im Grunde nichts wert waren, weil die Hausbesitzer diese gar nicht bezahlen konnten.

    Bei Kryptowährungen ist das nicht so eindeutig, denn es ist schwer zu sagen, wo der genaue Wert eines Bitcoins liegt. Die Schätzungen von Experten gehen von 20 bis 100.000 Dollar pro Bitcoin.

    Read more: Die wichtigsten Faktoren für die Beeinflussung von Kryptowährung

    Bei einer „Blase“ geht die Theorie zudem davon aus, dass der Wert so lange steigt, bis der Markt den Irrsinn darin erkennt. Dann „platzt die Blase“ und der Wert des Gutes fällt im schlimmsten Fall bis auf 0. Das ist bei Bitcoin erst einmal nicht zu befürchten, schließlich wächst die Zahl der Stellen, die die digitale Währung als Zahlungsmittel akzeptieren und die Beliebtheit wird auch nicht komplett auf 0 sinken. Der Kurs wird aber weiter stark schwanken.

    Wo kann ich eigentlich mit Bitcoins bezahlen?

    Eine Währung nutzt nur, wenn ihr auch damit bezahlen könnt. Das geht derzeit in erster Linie online. Microsoft, Expedia und Lieferando sind etwa drei Shops, bei denen ihr zumindest mit Bitcoins bezahlen könnt. Viele Organisationen – von Wikileaks bis Greenpeace – nehmen zudem Spenden in dieser Form an.

    Außerhalb des Internets gibt es in Deutschland derzeit etwa 200 Geschäfte, die Bitcoins akzeptieren. Das sind übers Land verteilt viele Restaurants und Cafés, aber auch Steuerberater, ein Hüpfburgenverleih und das Flirt-Institut in Köln.

    Wer hat sich diese Kryptowährungen eigentlich ausgedacht?

    Bitcoin als erste Kryptowährung gibt es seit 2008. Ein Programmierer namens Satoshi Nakamoto hat sie einen Monat nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers in einem Aufsatz vorgestellt und im Januar 2009 die ersten 50 Bitcoins unter die Leute gebracht und die Blockchain dafür gestartet.

    Bitcoins – und Kryptowährungen insgesamt – sind damit auch eine Art Reaktion auf die globale Finanzkrise und ein Protest gegen Banken und Regierungen. Das zeigt sich im Konzept eben an der Abwesenheit beider Institutionen.

    Satoshi Nakamoto ist übrigens keine echte Person, sondern ein Pseudonym. Bis heute weiß keiner, wer eigentlich dahintersteckt, auch wenn es viele Gerüchte gibt. Er hat Bitcoin auch nicht aus der Luft geschaffen. Die Idee der Blockchain stammt schon aus den 1990er Jahren und Kryptowährungen gab es auch zuvor schon, allerdings nur als Konzept. Nakamoto ist der erste, der sie konsequent umsetzte.

    Warum gibt es heute 4.500 Kryptowährungen? Würde nicht eine Handvoll reichen?

    Da die Software, um eine neue Kryptowährung zu erstellen, frei zugänglich ist, kann sich theoretisch jeder seine eigenen Münzen erschaffen. Dass es so viele gibt, liegt aber auch an einem trickreichen Konstrukt.

    So haben vor allem US-Firmen die Taktik entwickelt, eine eigene Kryptowährung zu gründen und die Münzen als Firmenanteile zu verkaufen. Sie bekommen dadurch Geld von Investoren wie bei einem Börsengang, sparen sich aber die ganzen bürokratischen Regeln, die mit einem solchen einhergehen. „ICO“ (Initial Coin Offering) nennt sich diese Praxis, im Gegensatz zum „IPO“ (Initial Public Offering) genannten Börsengang.

    Von Christoph Sackmann

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