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    Kapitulation

    Kapitulation bezieht sich auf eine Phase starker Verkaufsaktivitäten, in der Anleger ihre Positionen aufgeben und ihre Bestände so schnell wie möglich verkaufen. Es wird oft als Panikverkauf bezeichnet, da Verkaufsaufträge während einer Phase der Kapitulation ihren Höhepunkt auf einem viel höheren als dem durchschnittlichen Niveau erreichen, was den Preis des Vermögenswerts schnell immer tiefer und tiefer treibt, bis schließlich ein Tiefpunkt erreicht wird.

    Kapitulation kann als der Moment beschrieben werden, in dem Anleger die Hoffnung verlieren, Verluste hinnehmen und ihre bisherigen Gewinne aufgeben. Wenn die Panikverkaufsphase vorüber ist, die das Ende der Kapitulation markiert, kann darauf entweder eine Konsolidierungsphase (Seitwärtskursbewegungen) oder ein Aufwärtstrend folgen, der möglicherweise den Beginn eines Bullenmarktes anzeigt.

    Der Grund, warum Kapitulationsphasen oft zu Preisumkehr und starken Aufwärtstrends führen, ist, dass diese Episoden normalerweise von FUD und Panik gekennzeichnet sind, sodass der Verkaufsdruck über das normale Niveau hinausgeht und überverkaufte Bedingungen erreicht. Je heftiger und abrupter der Kursrückgang ist, desto höher ist die Chance, dass ihm ein starker Aufschwung folgt.

    Ursprünglich wurde das Wort Kapitulation von Militärs verwendet und bezog sich auf die Übergabe eines Territoriums oder einer Truppe bei Verhandlungen mit einer feindlichen Armee. Im finanziellen Sinne bezieht sich der Begriff auf den Moment, in dem Anleger sich den vorherrschenden Marktkräften ergeben. Anstatt also in Erwartung einer Markterholung oder eines Aufschwungs zu warten und ihre Vermögenswerte zu halten, entscheiden sich Anleger dafür, ihre Bestände zum aktuell verfügbaren Marktpreis zu veräußern (Market Orders werden oft in Zeiten von Panikverkäufen verwendet).

    Wenn der Markt in kurzer Zeit ein ungewöhnlich hohes Volumen an Verkaufsaufträgen und einen schnellen Preisrückgang aufweist, kann dies darauf hindeuten, dass eine Kapitulation stattfindet. Obwohl es nicht immer leicht vorherzusagen ist, wird eine Kapitulation schnell erkannt, da sie die Marktpreise, mit einschneidenden und schnellen Marktbewegungen, extrem unter Druck setzt.

    Kapitulationen sind auch Teil der Kryptowährungsmärkte und tatsächlich oft stärker und schneller als die der traditionellen Märkte. Ein klares Beispiel dafür ist der plötzliche Preisverfall von Bitcoin im Januar 2015.

    Ein anhaltender Bärenmarkt im Jahr 2014 führte Anfang 2015 zu einer Phase schwerer FUD. Anleger begannen, ihre Bestände in Panik zu verkaufen, aus Angst vor noch größeren Verlusten. Die Kapitulation erfolgte am 15. Januar 2015 – als ein massiver Anstieg der Verkaufsaufträge über einen kurzen Zeitraum dazu führte, dass der Preis von Bitcoin innerhalb von 2 Tagen um etwa 38 % fiel.

    In diesem Beispiel wurde der Tiefststand bei etwa 167 $ erreicht, was einen Rückgang von 85,5 % gegenüber dem Höchststand von 2013 (ungefähr 1153 $) verzeichnete, und das Ende der Kapitulation markierte den Beginn eines Bullenmarktes. Am darauf folgenden Tag verzeichnete man einen Anstieg, der genauso stark war wie der vorangegangene Rückgang, so verzeichnete man einen Anstieg von 38 % an einem Tag.

    Kapitulationen sind in kleineren Märkten, die höhere Volatilitätsraten aufweisen, wahrscheinlicher und leichter zu erkennen. Beachten Sie jedoch, dass sie nicht immer zu einem Bullenmarkt führen und nicht als Hinweis auf die zukünftige Wertentwicklung angesehen werden sollten.

    Lesen Sie den Originalartikel hier.

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